Obwohl der rechtsextreme ungarische Premierminister Viktor Orbán scharfe Kritik von einer Kombination aus Demokraten und rechten Never-Trump-Konservativen auf sich zieht, ist er eine Ikone für die MAGA-Bewegung. US-Präsident Donald Trump betrachtet Orbán als wertvollen Verbündeten, und andere MAGA-Republikaner – vom „War Room"-Moderator Steve Bannon über den ehemaligen Fox-News-Moderator Tucker Carlson bis zur Arizonaerin Kari Lake – loben ihn routinemäßig als Vorbild für „illiberale Demokratie". Und die Conservative Political Action Conference (CPAC) hat Orbán bei ihren Veranstaltungen vorgestellt.
Never-Trumper Mona Charen, eine erfahrene konservative Kolumnistin, die in den 1980er Jahren im Reagan-Weißen Haus arbeitete, betrachtet pro-Orbán-Republikaner als „nützliche Idioten" und vergleicht sie mit amerikanischen Linken, die den kubanischen Diktator Fidel Castro in den 1960er und 1970er Jahren lobten.
Bei den ungarischen Parlamentswahlen am 12. April wird Orbáns Führung entweder beibehalten oder abgelehnt. Und er erhält eine begeisterte Unterstützung von Trump, der ihn als „fantastischen Kerl" lobte. Trump schrieb auf seiner Truth-Social-Plattform: „Viktor Orbán ist ein wahrer Freund, Kämpfer und GEWINNER und hat meine vollständige und totale Unterstützung für die Wiederwahl als Premierminister von Ungarn."
Aber der europäische Journalist/Autor Gellert Tamas legt in einem am 24. März in The Guardian veröffentlichten Kommentar einige Gründe dar, warum Orbán im April schließlich besiegt werden könnte.
„Orbán, ein langjähriger Freund und Verbündeter von Trump, braucht möglicherweise alle Unterstützung, die er vor den ungarischen Parlamentswahlen am 12. April sammeln kann", erklärt Tamas. „Der Premierminister und seine Fidesz-Partei liegen in den meisten Umfragen zurück. Sein Hauptherausforderer Péter Magyar und seine Tisza-Partei führen mit fast 10 Prozentpunkten. Die öffentliche Debatte in Ungarn hat sich dramatisch verändert: Die Frage ist nicht mehr, ob die Opposition gewinnen kann, sondern ob Orbán die Niederlage akzeptieren wird."
Tamas betont, dass die „Bedeutung" der Wahlen vom 12. April „weit über" Ungarn hinausgeht und Auswirkungen auf rechtsextreme nationalistische Persönlichkeiten auf der ganzen Welt hat, von Trump über Frankreichs Marine Le Pen bis zu Alice Weidel (Co-Vorsitzende der rechtsextremen deutschen Partei Alternative für Deutschland bzw. AfD).
„Trotz der endlosen Rhetorik der neuen nationalistischen Internationale über den Vorrang der ‚Nation' und die Hingabe an das ‚eigene Volk' bleibt der Kampf gegen den liberalen Staat ihre übergeordnete Priorität", argumentiert Tamas. „Ihre Entschlossenheit, ihre eigene autoritäre Herrschaft zu bewahren und zu stärken, wird immer jede vorgebliche Sorge um die Rechte einer bestimmten nationalen Gemeinschaft übertrumpfen. Es ist dieser autoritäre Reflex, der Orbán letztendlich die bevorstehenden ungarischen Wahlen kosten könnte – und mit ihnen seine Position als führende Figur der globalen autoritären, nationalistischen rechtspopulistischen Bewegung."


