Tesseract führt Single-Client-Vaults ein, um MiCA-Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig den institutionellen Zugang zu DeFi-Renditestrategien zu erweitern.
Der Krypto-Asset-Manager Tesseract Investment Oy führt eine neue Vault-Plattform ein, die auf institutionelle und professionelle Investoren im Rahmen des europäischen MiCA-Regimes zugeschnitten ist. Das in Helsinki ansässige Unternehmen positioniert das Produkt als konforme Alternative zu bestehenden DeFi-Vault-Strukturen. Die Nachfrage von institutionellen Kunden, die eine bessere Kontrolle und regulatorische Klarheit suchen, scheint ein wesentlicher Treiber hinter der Einführung zu sein. Frühe Tests mit wichtigen Branchenteilnehmern deuten auf wachsendes Interesse an strukturierten On-Chain-Investmentlösungen hin.
Tesseracts Dedicated Client Vaults führen ein Modell ein, bei dem jeder Vault an einen einzelnen Investor gebunden ist. Im Gegensatz zu gepoolten Vault-Systemen funktioniert jede Struktur als unabhängiger Smart-Contract (Intelligenter Vertrag). Dieses Setup ermöglicht es Kunden, das volle Eigentum an ihren Vault-Token zu behalten, während sie Investmententscheidungen innerhalb vordefinierter Regeln an Tesseract delegieren.
In einem Interview mit TheBlock sagte CEO James Harris, dass Kundenfeedback eine wichtige Rolle bei der Gestaltung des Produkts gespielt habe. Viele Nutzer schätzten die Renditegenerierung, fanden jedoch, dass traditionellen verwalteten Strukturen die Flexibilität fehle. Echtzeit-Vault-zu-Benutzer-Wallet-Interaktionen sind zum bevorzugten Standard in dezentralisierten Finanzen geworden.
Bestehende Vault-Modelle, einschließlich derer von Morpho-Ökosystem-Kuratoren wie Steakhouse Financial und Gauntlet, basieren oft auf gepooltem Kapital. Im Rahmen der Markets in Crypto-Assets Regulation (MiCA) können solche Strukturen in den Anwendungsbereich kollektiver Investmentprogramme fallen. Diese Klassifizierung erhöht das Risiko, dass Vault-Token als nicht lizenzierte Wertpapiere behandelt werden.
Tesseracts Ansatz vermeidet dieses Problem, indem jedem Vault ein einzelner Kunde zugewiesen wird. Investoren definieren im Voraus Mandate, einschließlich genehmigter Protokolle und Risikoparameter. Smart-Contracts (Intelligente Verträge) setzen diese Regeln durch und beschränken die Aktivität strikt auf vordefinierte Strategien. Tesseract fungiert als Kurator mit der Berechtigung, Trades auszuführen, jedoch ohne umfassendere Kontrolle über die Mittel.
Kunden können auch getrennte verwaltete Konten betreiben, eine Anforderung unter MiCA für bestimmte institutionelle Setups. Diese Trennung entspricht den regulatorischen Erwartungen hinsichtlich Vermögensverwahrung und Risikoisolierung. Harris merkte an, dass Governance, Gebührenstrukturen und Richtlinien zu Beginn festgelegt werden, was die Mehrdeutigkeit während des Betriebs reduziert.
Die Plattform wird beim Start mehrere Strategietypen unterstützen. Die Angebote reichen von grundlegenden Renditestrategien bis hin zu komplexeren Looping-Strukturen über spezialisierte Vaults. Der anfängliche Fokus umfasst Wrapped-Bitcoin-, Ether- und Stablecoin-basierte Strategien. Tesseract plant, je nach Mandat sowohl Verwaltungs- als auch Performancegebühren zu erheben.
Die Technologie hinter den Vaults stammt von IPOR Labs durch seine Fusion Plasma Vault-Architektur. Das System verwendet den ERC-4626-Standard, ein weit verbreitetes Framework für tokenisierte Vaults. Laut dem Unternehmen ermöglicht dieses Design deterministische Risikokontrollen, Isolation pro Vault und On-Chain-Portfolio-Buchhaltung.
IPOR Labs CEO Darren Camas sagte, die Architektur sei mit Blick auf institutionelle Anforderungen entwickelt worden. Die Zusammenarbeit zwischen beiden Unternehmen umfasste umfangreiche Tests des Vertragsverhaltens und der Risikoparameter vor der Markteinführung.
Tesseract hat das Vault-System bereits mit sechs Teilnehmern getestet. Einer davon ist 21Shares, ein bedeutender Emittent von Krypto-Exchange-Traded-Products. Das ETP-Segment stellt einen bemerkenswerten Anwendungsfall dar, da Emittenten über Staking-Renditen hinausblicken, um Erträge zu diversifizieren.
Harris wies darauf hin, dass Nicht-Staking-DeFi (Dezentralisierte Finanzen)-Renditen bestehende ETP-Strukturen ergänzen können. Verschiedene Strategien weisen unterschiedliche Risikoprofile auf und bieten Portfolio-Flexibilität für institutionelle Investoren. Eine solche Portfolio-Diversifikation kann Emittenten ansprechen, die zusätzliche Einkommensströme suchen, ohne sich ausschließlich auf Staking-Mechanismen zu verlassen.
Anstatt mit erlaubnisfreiem DeFi (Dezentralisierte Finanzen) zu konkurrieren, rahmt Tesseract sein Produkt als parallele Lösung ein. Das Unternehmen zielt auf Asset-Manager, Verwahrstellen und Plattformen ab, die regulatorische Sicherheit benötigen. Harris betonte, dass die Beibehaltung der Kernprinzipien von DeFi (Dezentralisierte Finanzen) bei gleichzeitiger Erfüllung von Compliance-Standards eine Priorität bleibe.
Tesseract wurde 2017 gegründet und operiert als MiCA-regulierter Krypto-Asset-Dienstleister unter der Aufsicht der finnischen Finanzaufsichtsbehörde. Das Unternehmen verwaltet über 500 Millionen US-Dollar an Vermögenswerten und hat über seine Kreditplattform mehr als 1 Milliarde US-Dollar an Krediten vergeben. Seine 2022 eingeführte Renditeplattform bildet die Grundlage für das neue Vault-Angebot.
Die institutionelle Nachfrage nach konformer DeFi (Dezentralisierte Finanzen)-Exposition wächst weiter, während die regulatorischen Rahmenbedingungen in ganz Europa reifen. Tesseracts Vault-Modell spiegelt einen Versuch wider, dezentralisierte Finanzen mit traditionellen Asset Management-Erwartungen zu verbinden.
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