Die Polizei in Limburg, einer Provinz in den Niederlanden, hat zusammen mit internationalen Ermittlungsbehörden ein großes kriminelles Online-Netzwerk zerschlagen. Dabei handelte es sich um einen Online-Dienst, mit dem Cyberkriminelle ihre Identität verbergen konnten, während sie Straftaten begingen.
Der Dienst mit dem Namen SocksEscort war bereits seit Jahren aktiv und wurde weltweit genutzt. Die Bezahlungen für die Nutzung der Plattform erfolgten anonym mit Kryptowährungen, wodurch es für die Polizei schwierig war, die Nutzer zu verfolgen.
Am Mittwoch wurde die gesamte Infrastruktur des Dienstes offline genommen. Dabei beschlagnahmten Ermittler auch große Mengen an Daten, die möglicherweise zu den Personen hinter dem Netzwerk führen könnten.
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SocksEscort arbeitete mit einem sogenannten Proxy-Dienst. Dabei handelt es sich um eine Technik, bei der Internetverkehr über ein anderes Gerät geleitet wird, sodass es aussieht, als wäre jemand von einem anderen Standort aus online.
Cyberkriminelle nutzen diese Methode, um ihre echte IP-Adresse zu verbergen. Die IP-Adresse ist die eindeutige Nummer, mit der ein Gerät im Internet identifiziert werden kann.
Für dieses Netzwerk wurden häufig Geräte gewöhnlicher Menschen missbraucht – etwa Router oder Überwachungskameras, die keine Sicherheitsupdates mehr erhalten.
Hacker übernehmen solche Geräte unbemerkt und verwenden sie anschließend als Zwischenstation für Internetverkehr. Die Besitzer bemerken davon in der Regel nichts.
Laut Polizei bestand das Netzwerk aus mehr als 369.000 gehackten Geräten, die über die ganze Welt verteilt waren. Die Website des Dienstes wurde inzwischen von der Polizei übernommen. Zudem wurden Server beschlagnahmt und dauerhaft abgeschaltet.
Bislang wurden keine Verdächtigen festgenommen. Die Ermittlungsbehörden untersuchen jedoch derzeit die Identität der Nutzer, die den Dienst verwendet haben.
Der Fall zeigt, wie häufig Kryptowährungen bei Cyberkriminalität eingesetzt werden. Durch die relativ anonymen Zahlungen können Kriminelle Dienste nutzen, ohne ihre Identität preiszugeben.
Gleichzeitig nimmt das Ausmaß von Krypto-Betrug weltweit schnell zu. Laut dem Blockchain-Sicherheitsunternehmen CertiK wurden allein im Januar etwa 338 Millionen Euro in 42 verschiedenen Vorfällen gestohlen.
Ein großer Teil dieses Geldes wurde durch Phishing erbeutet. Dabei geben sich Betrüger beispielsweise als Mitarbeiter eines Kryptounternehmens aus, um Opfer zu täuschen.
In einem Fall gelang es Kriminellen sogar, etwa 241 Millionen Euro von einer einzigen Person zu stehlen. Das Opfer gab seine geheimen Zugangsdaten zu einer Krypto-Wallet preis, nachdem es glaubte, mit einem Mitarbeiter des Kundensupports zu sprechen.
Die Zerschlagung von SocksEscort zeigt, dass Ermittlungsbehörden immer besser international gegen digitale Kriminalität zusammenarbeiten. Dennoch bleibt es laut Experten weiterhin ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Cyberkriminellen und Polizei.
Het bericht Polizei zerschlägt kriminelles Kryptonetzwerk verscheen eerst op Crypto Insiders.


